Unterwasseraufnahmen


Über das Fotografieren unter Wasser

Um gute Unterwasserfotografien zu erzielen, benötigt man Vorkenntnisse über das grundlegende Fotografieren an Land. Exposition, Blendenöffnung, Tiefenschärfe, Objektive, Blitzlichter, Temperaturbereich, Empfindlichkeit und Schärfe sind nur einige der Ausdrücke, die diesen Begriff definieren. Nachdem man sich die Grundlagen angeeignet hat, ist es einfacher, in die Unterwasserfotografie einzutauchen, die aufgrund ihrer Besonderheiten eine weitere Schulung und Übung verdient. Die Unterwasserfotografie ist eine besondere Kombination aus Jagd und Kunst, so dass alleine deshalb neben dem Wissen über die Fotografie auch ein Wissen über die Pflanzenund Tierwelt der Untersee, seine Besonderheiten, dem Verhalten der Arten, aber auch den Augenblick, in dem man diesen Teil des Unterseebildes durch eine gute Fotografie verewigt, notwendig ist. Von Natur aus sehen wir das sichtbare Spektrum des weißen Lichtes im Bereich von Infrarot, Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett bis hin zu Ultraviolett, die wir als Farben sehen. Die Primärfarben sind: Rot, Gelb und Blau. Indem wir sie mischen, erhalten wir die anderen Farben. Wegen der höheren Dichte des Wassers im Vergleich zur Luft sowie des Effekts der Tauchmaske, des Brechens von Licht (Refraktion) im Wasser, erscheint das Aufnahmeobjekt um ein Drittel näher und größer. Im Adriatischen Meer beträgt die Sichtweite bis zu 60 Meter. Aufgrund der zusätzlichen Reflektion des Lichtes von der Wasseroberfläche verringert sich die Lichtdurchdringung im Verhältnis zur Tiefe bedeutend (in einer Tiefe von 100 Metern beträgt die Sichtweite 1%).

Die Durchdringung des Lichtes ist auch von der Tageszeit abhängig (am stärksten dringt das Licht durch, wenn die Sonne senkrecht scheint, und dies ist zur Mittagszeit der Fall). Deshalb verlieren sich auch die Farben mit größerer Tiefe, beginnend beim Rot ab 3 bis 5 Metern und dann der Reihe nach: Orange, Gelb und Grün. Bei über 30 Metern bleibt nur noch das Blau und Gegenstände erscheinen dunkelgrau oder, wenn das Wasser voll mit Substraten, blühenden Algen ist, werden sie dunkelgrün. 

Kameras und Gehäuse

Mit dem Fortschritt der Aufnahmetechnik bei klassischen Fotoapparaten sowie den immer mehr verbreiteten digitalen Fotoapparaten hat sich auch ihre Anwendung beim Unterwasserfotografieren ausgeweitet. Neben dem Fotoapparat benötigt man noch ein Gehäuse und die Aufnahmen können beginnen. Komplexere SLR(Reflex) Kameras ermöglichen ein höheres Niveau von Aufnahmen, erfordern jedoch auch höhere Investitionen in das Gehäuse und die Blitzlichter. Blitze mit einer TTL-Funktion ermöglichen eine abgestimmte Verbindung zwischen dem Fotoapparat und dem Blitz. Fast alle Geräte bieten die Möglichkeit zur Einstellung der Aufnahmegeschwindigkeit und Blendenöffnung sowie die Verwendung der Blitze in diesem Zusammenhang. Abhängig von der Neigung und dem Stil des Aufnehmens wählen die Fotografen je nach Vorliebe zwischen der Aufnahmegeschwindigkeit oder Blendenöffnung. Mit dem Einschalten der Automatikfunktion bis hin zur vollständigen Automatik der Korrelation mit den Blitzlichtern eröffnen sich Einem ungeahnte Möglichkeiten. Der Vorteil der digitalen Fotoapparate liegt auch in der einfachen Durchsicht der Aufnahmen sowie der Möglichkeit, Fehler auszubessern.

Verwendung von Licht: Lampen und Blitzlichter

Um das natürliche Licht und die Farben, die mit größeren Tiefen schwinden, auszugleichen, ist die Verwendung von Blitzlichtern und/oder Lampen notwendig. Womöglich ist die richtige Anwendung des Lichtes bei der Unterwasserfotografie die größte Herausforderung, die ein guter Unterwasserfotograf beherrschen muss. Wegen des Substrates, das in den häufigsten und klarsten Gewässern zu finden ist, ist es notwendig, bei Blitzaufnahmen an der Positionierung des Blitzes beziehungsweise der Blitze zu arbeiten. Wenn die Lichtstrahlen des Blitzes auch den Wasserbereich zwischen dem Fotoapparat und dem Aufnahmeobjekt beleuchten, werden sie alle Teilchen im Wasser „mitaufnehmen“, so dass man in erster Linie „Schnee“ auf der Fotografie haben wird. Dies lässt sich durch eine richtige Anordnungdes Blitzes vermeiden. Doch da der Großteil„gewöhnlicher“ Digitalfotoapparate einen Blitz eingebaut hat, sollte er bei Aufnahmen größerer Bereiche ausgeschaltet werden. Bei Makroaufnahmen, bei denen der Abstand zwischen Objekt und Kamera klein ist, reicht auch solch ein Blitz aus. Bei professioneller Anwendung werden zur Vermeidung von „Teilchenanhäufungen“ besondere „Arme“ verwendet, mit deren Hilfe die Blitze um ein bis zwei Meter versetzt und in einen Winkel von 45 Grad gesetzt werden können. Der Konflikt zwischen dem Sonnenlicht und dem eigenen künstlichen, ist ein Zusammenstoß, der sich nicht vermeiden lässt, außer bei Nachtaufnahmen. Wenn das Sonnenlicht in einer Tiefe von 30 Metern stärker ist als das künstliche Licht, wird man die wahren Farben im Meer nicht erfassen können. Ein richtig beleuchtetes Aufnahmeobjekt ist voll von Farben, wirkt natürlich, und wenn hinter ihm alles dunkelblau oder grünlich ist, wurde die Fotografie ausgezeichnet aufgenommen, denn mit künstlichem Licht ist es nicht möglich, das fehlende Licht unter Wasser vollständig zu ersetzen. Ein Tauchpartner kann bei der Beleuchtung des Aufnahmeobjektes mit einer eigenen Lampe aushelfen, wobei die Verwendung eines Temperaturspektrums von 5500 K (Day light) empfohlen wird.

Aufnahmetechniken

Komposition

Eine gute Auswahl des Objektes, der Anordnung, Schärfe, Farbe, Anzeige, des Hintergrundes, Lichts, der Tiefenschärfe, und all dies für das Auge in gewünschter Ästhetik abgestimmt, ist in dem Begriff einer guten Komposition definiert. Der Anfang von Allem ist, das Aufnahmeobjekt zu bestimmen sowie sich darauf zu konzentrieren und es in ein „korrektes” Verhältnis zu bringen. Die Aufnahmetechnik lernt man schneller, doch das schnelle Positionieren und die Auswahl des Subjektes in diesem Zusammenhang lernt sich viel langsamer. Somit kann man sagen, dass dies ein wichtiges Anzeichen dafür ist, ob jemand mehr oder weniger Sinn für künstlerisches Fotografieren besitzt.

Makrofotografie

Den Eintritt in die Welt der Unterwasserfotografie beginnt man am besten mit der Makrofotografie. Eine große Erfahrung und Ruhe kann uns die Möglichkeit verschaffen, sich Tieren zu nähern, insbesondere wenn das Ziel darin besteht, ihre Körperteile zu fotografieren (Augen, Mund, Flossen, das Porträt eines kleinen Fisches, eine 2 cm große Garnele ...). Da das Wasser ein viel dichteres Medium als die Luft ist, ist es nicht möglich, bedeutend zu „zoomen”. Für eine gelun-gene Makrofotografie ist es manchmal nötig, sich dem Aufnahmeobjekt körperlich auf weniger als 10 cm zu nähern.

Fotografie

Ein breiter Winkel mag auf den ersten Blick die einfachste Weise sein, um Unterwasseraufnah-men zu machen, jedoch istwegen des schwer ersetzbaren Lichts unter Wasser und des Lichteinfalls aus einem sehr breiten Winkel, der die Gesamtqualität des Bildes beeinflussen kann, mehr Wissen, Erfahrung und vor allem Beharrlichkeit vonnöten. Der Vorteil eines breiten Winkels liegt in der Möglichkeit, sich großen Aufnahmeobjekten mehr annähern zu können (Unterwasserriffen, Schiffen, archäologischen Fundstätten, Tauchern u.ä.), um dadurch den Wasserbereich zu verringern, der sich zwischen dem Motiv und dem Fotoapparat befindet. Je näher man an das Aufnahmeobjekt herankommt, erhält man als Resultat ein umso klareres und schärferes Bild mit einer besseren Farbsättigung.

Unterwasserfotografie bei Nacht

Für Unterwasserfotografien ist eine künstliche Beleuchtung erforderlich. Das sind meistens Lampen, die unterschiedliche Lichtquellen besitzen: Halogen-, HIDund immer häufiger verwendete LED-Lichter, die für die Beleuchtung beziehungsweise Untersuchung der Untersee genutzt werden, und durch die Verwendung des Blitzlichtes wird eine ausreichend starke und qualitative Beleuchtung des Aufnahmeobjektes erreicht. Makrofotografien sind bei Nachtaufnahmen die häufigste Wahl der Unterwasserfotografen, vor allem deshalb, da die Farben natürlicher sind sowie die Konzentration auf das Aufnahmeobjekt stärker ist, da das Einzige, was im „engen Lichtstrahl” beleuchtet, auch wahrgenommen wird. Das, was man unter diesem Licht erblickt, kann auch fotografiert werden:

Korallen, Krebse, Garnelen, Pfauen-Lippfische, Zahnbrassen beim Schlaf, Muränen, Meeraale sowie andere Tiere, die sehr oft nur nachts anzutreffen sind.

Filmaufnahmen

Gute Vorkenntnisse in der Unterwasserfotografie erleichtern beträchtlich den Eintritt in die Welt der Unterwasserfilmaufnahmen. Die Kadrierung, Beleuchtung, Öffnung der Lichtblende ... sind dieselben Elemente wie bei der Unterwasserfotografie. Es ist notwendig, ein Aufnahmegeschick zu entwickeln, wenn sich das Objekt in Bewegung befindet sowie notwendig sich dabei dessen bewusst zu sein, dass sich auch der Filmer selbst sowie die Kamera bewegen. Die Kamera, das Unterwassergehäuse sowie die Lichter (Lampen) sind die notwendigen Teile, die eine Ausrüstung für Filmaufnahmen komplettieren. Derjenige, dem die Bedeutung einer stabilen Kamera bewusst wird, hat den Anfängerfehler bei Filmaufnahmen überwunden und eignet sich damit gute Grundkenntnisse an, um in Zukunft ein ausgezeichneter Filmer zu werden. Diesen Fehler sehen Anfänger meist nicht und es bedarf der positiven Kritik von Freunden, die sich die Aufnahmen ansehen. Im Scherz wird gesagt: Wenn bei Betrachtung des Filmmaterials nach 5 Minuten keine Kopfschmerzen wegen des „rennenden” Bildes auftreten, ist der junge Filmer auf einem guten Weg. Ein guter Ratschlag ist, anfängliche Kader von einer stabilen Position aus aufzunehmen, d.h. sich an einem Stein festzuhalten oder sich auf den Grund herabzulassen, da dadurch ein zusätzliches, unnötiges Schwenken der Kamera, verursacht durch die Bewegungen des Tauchers, vermieden wird.



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