Tauchausrüstung

Der Wunsch des Menschen, sich unter das Wasser zu begeben, bestand sicherlich schon seit jeher, jedoch musste man einen Weg finden, unter Wasser atmen zu können. Von der Verwendung eines hohlen Schilfrohrs am Anfang bis zur heutigen modernen Tauchausrüstung hatte der Mensch nur ein Ziel: die Dauer des Aufenthaltes zu verlängern und desto angenehmer zu gestalten, ob es sich um die Jagd nach Nahrung, Entdeckung von Fundstellen, das Reparieren von Schiffen, Militärszwecke oder nur um das Bedürfnis, das Leben unter dem Meer zu beobachten, handelt.

In der Bestrebung, sein Ziel zu erreichen, musste der Mensch einen mühsamen Weg gehen, um neue Techniken und Technologien des Tauchens zu erforschen und zu entdecken. Da es sich um eine Umgebung handelt, für die er biologisch nicht prädestiniert ist, ist es klar, dass er sein Ziel ohne Hilfsmittel und geeignete Ausrüstung nicht verwirklichen kann.

Das hohle Schilfrohr hat ermöglicht, nur einen kleinen Teil der Meereswelt kennenzulernen, doch dieser kleine Blick in die andere Welt war dem Menschen schon genug, um zu begreifen, welche Wunder und Schönheiten ihn noch erwarten.

Der Mensch hat eine geeignete Lösung gesucht, er verwendete Luftkissen, erfand die ersten glockenförmigen Masken, in die er Luft zuführte, aber zu den ersten Lösungen für ein sicheres Tauchen kam er erst, nachdem er wissenschaftlich festgestellt hat, wie der Wasserdruck auf den Menschen wirkt, und er die physikalischen Gesetze definiert hat. Dem heutigen Tauchen ähnlich, wurde es erst etwa Ende der sechziger Jahre und mit Beginn der Produktion von autonomen Tauchgeräten (Self-Containted Underwater Breathing Apparatus, abgekürzt SCUBA).

Abhängig von der Tauchart stellt sich die Hauptausrüstung für das Tauchen, ohne die man sich ein angenehmes und sicheres Tauchen nicht vorstellen kann, wie folgt zusammen:

Maske, Tauchflossen, Anzug, Handschuhe, Tarierweste, Tauchflaschen, Tauchinstrumente, Messer, Gewichte, Unterwasserlampe, Stiefel Die Tauchmaske ist ein Hilfsmittel, ohne das man die Besichtigung im Meer nicht genießen kann. Was muss man für die Auswahl der Maske wissen? Man muss eine Maske aussuchen, die sich am besten an das Gesicht schmiegt und die so gut wie möglich verhindert, dass Wasser in den Luftbereich eindringt. Es gibt Masken für das Schnorcheln und für das Scuba (autonomes) Tauchen. Der Unterschied liegt in den Dimensionen und im Volumen des Luftraumes. Es gibt auch Full Face Masken, die das gesamte Gesicht des Tauchers bedecken und auch eine Atmung durch die Nase ermöglichen. Ebenso besteht die Möglichkeit, ein Gerät für die Kommunikation des Tauchers mit der Basisstation an der Oberfläche, einzubauen. Hauptsächlich benutzt man sie für das professionelle Tauchen.

Der Schnorchel ist der Teil der Ausrüstung, der den Tauchern zum Atmen unter der Wasseroberfläche dient. Obwohl man ihn meistens beim Tauchen mit Maske und Flossen (snorkeling) verwendet, ist er ein obligatorischer und wichtiger Teil der Ausrüstung eines jeden Tauchers, weil er ihn vor und nach dem Tauchgang benutzt, um die Luft aus den Flaschen nicht zu verschwenden. Besonders wichtig ist er bei schlechten Wetterbedingungen auf dem Meer.

Der Tauchanzug schützt den Körper des Tauchers vor Kratzern, Tierstichen, doch vorzugsweise besteht seine Rolle darin, den Verlust an Körperwärme des Tauchers zu verhindern. Während eines längeren Aufenthaltes unter Wasser und in einer größeren Tiefe sind die Taucher niedrigen Temperaturen ausgesetzt, deshalb darf man nicht einmal daran denken, ohne einen Anzug länger zu tauchen. Es gibt zwei Arten von Tauchanzügen: Nassund TrockenTauchanzug. Die Nass-Anzüge werden aus Neoprenmaterial angefertigt und schmiegen sich eng an den Körper an, dabei die Körpertemperatur des Tauchers aufrechterhaltend. Sie lassen eine kleine Menge von Wasser durch, weshalb man sie Nass-Anzüge nennt. Diese Wassermenge zwischen der Haut und dem Anzug wärmt sich sehr schnell auf und wird zu einem Wärmeisolator. Trocken-Anzüge verhindern vollständig das Eindringen von Wasser. Sie haben einen Pressluftanschluss und lassen sich aufblasen, um auf diese Art und Weise auch als zusätzliche Tarierweste zu dienen. Unter dem Trocken-Tauchanzug zieht man auch einen Unterziehanzug an, der Schlüsselfaktor dafür ist, einen guten Thermoschutz zu gewährleisten. Obwohl die Trocken-Tauchanzüge einen viel besseren Thermoschutz bieten als die Nass-Tauchanzüge, um sie zu verwenden, muss man einen besonderen Spezialkurs besuchen, um die ordnungsmäßige Benutzung zu lernen.

Der Atemregler – ein besonders wichtiger Teil der Ausrüstung. Der Atemregler besteht aus einer erstenund zweiten Stufe. Die erste Stufe hat die Aufgabe, den Druck aus der Flasche auf 9 Bar zu reduzieren. Die zweite Stufe reguliert sich selbst entsprechend des Umgebungsdruckes, wobei dem Taucher ein ungestörtes Atmen ermöglicht wird. Es ist wichtig, die Tauchausrüstung regelmäßig zu pflegen, vor allem ihr empfindlichstes Teil – den Atemregler.

Die Tarierweste hat den Zweck, den Bedarf danach zu verringern, dass der Taucher mit seinen Flossen den Auftrieb sichert. Die Tarierweste enthält eine Luftblase (Sack), womit die Taucher den Unterschied beim Auftrieb kompensieren, indem sie die Luft hineinund herauslassen. Sie ist mit dem Atemregler verbunden, so dass ein Aufblasen zu jeder Zeit möglich ist. Hauptsächlich hat sie die Form einer Weste, an die man die Flaschen, den Atemregler, alternative Luftbehälter, verschiedene Zusätze und an manche auch Gewichte befestigen kann.

Die Tauchflaschen dienen der Aufbewahrung und dem Transport von Luft unter hohem Druck. Die Flaschen werden mit Hilfe eines besonderen Kompressors mit Pressluft gefüllt. Die Flasche muss man regelmäßig atestieren und prüfen lassen. Man muss sie immer aufrecht mit dem Atmungsgas unter dem Druck von 10 – 20 Bar lagern. Dies verringert die Sauerstoffkonzentration und das heißt auch die Korosion, die mit dem Sauerstoff verbunden ist.

Taucher tragen Gewichte, um dem Auftrieb entgegenzuwirken, den die andere Ausrüstung, die sie verwenden (Anzug und Flaschen), erzeugt. Hauptsächlich handelt es sich um eine Reihe von Bleistücken am Gürtel, den man um die Taille schnallt, oder eine Gürtelversion mit Taschen, in die man Gewichte in Form von Säckchen mit Bleikugeln gefüllt, einlegt. Den Gürtel verschließt man mit einer Schnalle, die im Falle einer Gefahr ermöglicht, ihn schnell aufzuschnallen und abzunehmen.

Vielleicht würde es jemandem erscheinen, als ob das Messer ein nicht so wichtiger Teil der Ausrüstung ist, jedoch spielt es eine sehr wichtige Rolle bei der Sicherheit der Taucher. Sein Zweck besteht nicht in der Selbstverteidigung vor Seemonstern, sondern um sich von Netzen und Angelschnüren zu befreien, falls man sich darin verheddert hat. Das Messer ist auch ein ausgezeichnetes Kommunikationsmittel zwischen Tauchern unter Wasser, indem man Tonsignale durch ein Klopfen auf harte Gegenstände, beispielsweise die Tauchflasche, gibt. Die Taucher befestigen es an die Ausrüstung und an sich selbst auf verschiedene Weisen und an verschiedenen Stellen, doch der günstigste Ort zum Tragen des Messers ist die Innenseite unterhalb der Kniebeuge, wo es leicht zu ergreifen ist, aber auch am wenigsten wahrscheinlich ist, dass es irgendwo hängenbleibt.

Die heutige Tauchausrüstung ermöglicht eine sehr große Sicherheit beim Tauchen und macht es einfach, aber man darf nie vergessen, dass es sich doch um eine für den Menschen fremde Umgebung handelt und wir bestimmte Verhaltensregeln akzeptieren müssen.



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